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Die letzte Woche ist angebrochen…

Nur noch eine Woche dann heißt es vorerst „Goodbye Ireland“. Aus diesem Grund wurde das Wochenende noch einmal ausgiebig zum Reisen genutzt. Los ging es bereits am Donnerstagabend, als mich ein Kumpel aus Berlin besuchte. Unser erster Gang führte uns dann auch direkt zu einer irischen Autovermietung, alle die in Irland vorhaben ein Auto zu mieten: Ihr solltet mindestens 25 sein und im Idealfall Besitzer einer Kreditkarte, da es sonst wohl nichts mit der der Autovermietung wird. Nachdem wir unseren Ford Fiesta samt Nüvi (nein kein Rechtschreibfehler es stand wirklich Nüvi oben und eingepackt war es in eine formschöne Nintendo DS Tasche) entgegengenommen hatten, organisieren wir noch einige Zutaten für den Kochabend – es gab eine leckere Reispfanne mit irischem Beef. Dann hieß es auch schon schlafen gehen, denn am Freitag stand bereits unser erster Trip nach Glendalough auf dem Plan. Da sich weder Jan noch ich in dieser Gegend auskannten, mussten wir uns auf das Nüvi verlassen, was uns über einige sehr interessante Landstraßen schickte – in Deutschland wäre ich hier sicher dezent ausgerastet aber in Irland hatte das Ganze schon wieder Charme, denn hey ich mein stell Euch vor ihr sitzt im Auto haltet kurz an um ein Foto zu machen und auf einmal schaut dich ein Schaf von der Seite an ;) Der Vorteil des Autos war auch der, das ich kleiner Paparazzi endlich genügend Fotos machen konnte, da wir ja immer mal wieder anhalten konnten. Einen einzigen Nachteil haben die irischen Landstraßen jedoch: sie sind verdammt eng und so fuhr Jan ausversehen beim Ausweichen eines anderen PKWs der mit einem Karachoo ankam den Seitenspiegel ab. Also erst einmal alle Teile einsammeln, provisorisch dran tackern und dann weiter Richtung Glendalough. Dort besuchten wir als Erstes den bekanntesten Teil der dortigen Klosteranlagen: Den Rundturm, der um 1066 während der Wikingerinvasionen errichtet wurde, um die religiösen Reliquien, Bücher und Kelche zu schützen. St. Kevins Kitchen – eine gedrungene Kapelle aus dem 11. Jahrhundert stand ebenfalls auf unsere Liste und vor allem die großzügigen Wanderwege um die Seen – eine Idyllische Ruhe, hier könnte man definitiv die Stecknadel  fallen hören. Nach einer ca. 2stündigen Wandertour, holte uns beim Blick auf den Seitenspiegel die Realität wieder ein und so machten wir uns auf den Weg zur Autovermietung um den Schaden zu melden und ggf. ein Alternativfahrzeug zu bekommen. Der Weg dorthin führte uns einmal quer durch die Wicklow Mountains und man muss schon sagen, dass die Iren Sinn für Humor haben, denn wenn man mitten in der irischen Einöde eine Tanne mit Christbaumkugeln vorfindet hat das schon was für sich :D   Bei der Autovermietung wurde uns dann auch ohne Probleme ein neues Auto ausgehändigt – dieses Mal ein Nissan Micra – unsere kleine Rennsemmel, klein aber oho! Da wir diesen auch gleich mal austesten wollten machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Bray/ Greystones und schauten uns noch ein wenig den Hafen und die Gegend an um dann wieder nach Dublin zurück zu heizen. Der zweite Tag begann dann mit dem Ton, den ich an einem Samstagmorgen um 6 eigentlich nicht hören möchte: Der liebe Wecker. Aber das frühe Aufstehen lohnte sich Allemal es stand ein Ausflug in das County Sligo an.  Das erste Ziel zudem uns die Rennsemmel nach 2 ½ Stunden Fahrt brachte war direkt Sligo Town. Bereits in der Ferne ragte der Ben Bulben, ein 527 Meter hoher Tafelberg um den sich zahlreiche Mythen ranken, empor. Ein herrlicher Ausblick, zudem sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte und wir strahlenden Sonnenschein genossen. Erste Station in Sligo Town war der Hafen, zudem wir einen kleinen Umweg nehmen mussten und teilweise vorsichtig neben einigen Läufer vorbei zuckeln mussten, da an dem Tag ein Triathlon in der Stadt war – interessant, dass es hier keine Straßensperrungen gab sondern nur total motivierte Streckenposten.  Nachdem wir auch hier ein kleinen Spaziergang um den Hafen machten begaben wir uns wieder zum Auto um einen Elektronikmarkt zu suchen laut Nüvi sei der kürzeste Weg zu einem Shoppingcenter der nach Donegal, was zwar ein total anderes County ist aber wenn Nüvi das sagt wird schon was dran sein – denkste! Es lotste uns zwar zu einem Shoppingcenter jedoch für Türen und Böden! Also fuhren wir weiter Richtung „Donegal Town“ – klare Empfehlung für jeden Irlandbesucher der auch mal die schlechten Seiten Irlands sehen möchte: Ein heruntergekommenes Shoppingcenter mit mehr geschlossenen bzw. leerstehenden Läden als alles andere, ein Bild das sich in der Stadt fortsetzte, einige Polizisten und Feuerwehrmänner die wahrscheinlich so wenig zu tun habe, dass sie an Ampelkreuzungen Spenden für ein Hospiz sowie Afrika sammeln müssen und einige Fleischer, Pubs und Läden des täglichen Bedarfs das war es dann aber auch schon! Frustriert machten wir uns wieder auf den Weg. Der nächste Halte war Creevykeel (court tomb) – eine restaurierte steinzeitliche Megalithanlage. Hier gibt es einen schmalen Gang der zum großräumigen Vorhof der Anlage führt. Bei den Ausgrabungen hat man in den hinten liegenden Hauptkammern wohl Überreste von Feuerbestattungen und Grabbeigaben gefunden. Im Vorhof fand man einen Herd zur Eisenschmelze. Was mich zudem faszinierte war, dass an einem dort stehenden Baum lauter Sachen herangeknotet waren – Papier, Socken, Taschentücher usw. – Brauch oder wollte hier nur mal einer seinen Müll los werden und alle anderen haben es als Brauch aufgefasst? Ich weiß es nicht, sollte hierauf Jemand eine Antwort wissen, dann gerne eine kurze Aufklärung an mich.  Zurück auf der Straße entdeckte ich nur ganz zufällig ein Schild mit der Aufschrift „Wasserfall“. Was mich natürlich neugierig machte. Da unser Nüvi mit der Beschreibung vollkommen überfordert war, folgten wir einfach den Schildern und staunten am Ziel nicht schlecht: auf der rechten Seite ein riesiger traumhafter See und auf der linken Seite ein Berg, dem auch der Wasserfall zu entspringen schien. Nachdem wir die dortigen Schilder studiert hatten fanden wir heraus, dass es sich bei dem See um den „Glencare Lake“ handelt und bei dem Wasserfall um den „Glencare Waterfall“. Letzteren schauten wir uns auch zuerst an. Hier wurde einiges umgebaut und ein Art „Park“ geschaffen – nicht schlecht aber man merkte doch, dass der Mensch hier an einigen Stellen doch in die Natur eingegriffen hat. Nach ca. 10 Minuten waren wir dann auch rum und es stellte sich die Frage was nun – zumindest für Jan, denn mich zog es wie von selbst zum See – eine Ruhe und dafür, dass es nur ein See war riesig, im Hintergrund zeichneten sich auch noch ein paar Berge ab – malerisch. Eigentlich hätte ich diese Idylle noch eine ganze Weile genießen können, doch der Aufstieg auf den dortigen Berg, der sich nachher als „Kings Mountain“ rausstellen sollte, war ebenfalls faszinierend nach ca. 1  Stunde war dieser auch geschafft und wir hatten eine herrliche Aussicht über das komplette Tal und auch das Lichtspiel der Sonne durch die Wolken, es wirkte einfach malerisch! Diese Ruhe konnten wir aber nicht lange genießen, da uns ein „netter“ dort grasender Ziegenbock darauf aufmerksam machte, dass wir doch bitte sein Reich wieder verlassen sollten. Gesagt getan und so traten wir den Abstieg an, aber auch dabei war diese Ruhe wieder dermaßen beeindruckend, man hat nicht mal einen Vogel zwischern hören – in weiter Ferne hörte man lediglich den Wasserfall plätschern. Der Blick nach rechts und links war zu dem sehr Angst einflößend – bei Regen möchte ich hier definitiv nicht stehen, denn einige Waldarbeiter hatten hier bereits probiert die Seiten zu befestigen, so dass die Wassermassen bei starkem Regen nicht allzu sehr herunterschießen und dabei Bäume mitnehmen oder noch schlimmer Felsen, aber leider vergebens, denn es wurde alles aus der Verankerung gerissen, so heftig müssen diese Massen dort wirken. Wieder am Auto angekommen, verschnauften wir erst einmal eine Weile und schauten was uns das Navi an weiteren Sehenswürdigkeiten vorschlug: Markree Castle. Klingt interessanten dachten wir uns, allerdings war es das nur Außen, denn der ganze Schlosscharakter ging bei Umbaumaßnahmen zu einem Hotel verloren. Die großen Bleifenster, die den Familienstammbaum der Familie Cooper darstellen, hatten dennoch ihren Charme. Da ich bei meinen vorherigen Recherchen auch immer wieder auf den Namen Carrowmore gestoßen bin, machten wir noch einen Abstecher dahin. Es erwarteten uns hier eine Anhäufung von Megalithanlagen. Zu sehen waren noch  knapp 25 von einstigen 80. Auf meinen besonderen Wunsch und da es bei einem Besuch in Sligo einfach dazu gehörte fuhren wir auch noch an das Meer/ einen Strand (Streedagh Beach) – Augen schließen, Arme ausbreiten den Geruch des Meeres aufsaugen und das laue Lüftchen um die Nase spüren – immer wieder traumhaft. Im Vergleich zu den Stränden die ich bisher in Irland besucht hatte, bestand dieser aus knapp 2/3 Sand aber auch einigen Felsen die einfach so angeschwemmt worden.  Das Rauschen des Meeres wurde dann sogar noch stärker und auch die Gischt, da ein kleines Unwetter aufzog, die anwesenden Surfer freute es und auch ich lies mich von dem bisschen Regen nicht beirren und genoss weiter, war dann aber doch ganz froh als die Sonne wieder rauskam damit meine Klamotten wieder trocknen konnten. Nun noch einen kurzen Abstecher in ein Restaurant in der Nähe und dann hieß es ByeBye Sligo und Hello Dublin. Im Appartement fiel ich dann nach einer kurzen Dusche auch direkt ins Bett. Sonntag hieß es dann erst einmal ausschlafen. Danach brachten wir das Auto weg und ich Jan zum Flughafen. Im Anschluss setzte ich mich noch an einige Verbesserungswünsche für das neue Cooperate Design für Peters „PC2GO“ – damit ging dann auch ein herrliches Wochenende zu Ende. Nun sind es nur noch wenige Tage, dann hat Berlin wieder eine Ir(r)e mehr ;)



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